Gestern habe ich den “Starterkurs Fotografie” der Werbeagentur rot|grün|blau besucht und möchte kurz meine Eindrücke und Erfahrungen schildern. Der Kurs begann mit einer kurzen Vorstellung der Kursleiter und der Webeagentur. Auf die Vorstellung der einzelnen Teilnehmer wurde verzichtet und auch die Motivation, an diesem Kurs teilzunehmen und der Kenntnisstand der jeweiligen Teilnehmer blieb leider unberücksichtigt. Als nächstes wurden im ersten Themenblock einige Basics, wie das Wählrad, AF/MF, die Blende und der Verschluss (Belichtungs-/Verschlusszeit) der Digitalkamera erläutert. Nach den Basics wurden verschiedene gestalterische Möglichkeiten, die man mit Hilfe der Belichtungszeit im Bereich “Bewegung” hat, theoretisch vorgestellt: “Einfrieren” bewegter Objekte, Dynamik in Langzeitbelichtungen, Betonung statischer Objekte durch Bewegungsunschärfe (Beispiel: Dom mit Personen im Vordergrund), fließendes Wasser, verwischen des Hintergrunds durch “mitziehen”. Auch die bedeutung des ISO-Werts wurde kurz besprochen, bevor es zur praktischen Umsetzung an einer Straßenkreuzung ging. Hier ein zwei Beispiele, die dabei entstanden sind:   Zurück in den Räumlichkeiten der Werbeagentur wurden die gemachten Bilder auf (leider etwas Leistungsschwache Laptops) kopiert. Dabei wurde “Adobe® Photoshop® Elements 9” (für den “normalen” Anwender derzeit ab ca. 70 EUR zu haben) vorgestellt und eine gute Möglichkeit zur Verwaltung von Bildern anhand dieser Software erläutert. Leider wurde damit eine kostenpflichtige Anwendung vorgestellt, obwohl ich der Meinung bin, dass mittlerweile auch kostenlose Alternativen (wie zum Beispiel Picasa 3) existieren, die zumindest den gezeigten Funktionsumfang ebenso beherrschen. Durch die Tatsache, dass alternative Programme nicht wirklich erwähnt wurden, erweckte dieser Teil des Kurses ein wenig den Eindruck einer Werbeveranstaltung. Der nächste Kursabschnitt war wieder ein Theorieteil, diesmal zum Thema “Blende”: Der unterschied zwischen einer offenen und einer geschlossenen Blende wurde erklärt, die Blendenwerte samt inernationaler Blendenreihe (1, 1.4, 2, 2.8, 4, 5.6, 8, 11, 16, 22, 32) und der Zusammenhang zu den Lichtstärkeangaben auf den Objektiven wurden erläutert und schließlich die Blende als Gestaltungselement anhand von Bildbeispielen diskutiert. Dabei ist natürlich auch der Begriff “Schärfentiefe” gefallen, der den Kursteilnehmern ebenfalls erläutert wurde. Nun folgte wieder ein praktischer Teil, in dem versucht wurde, die eben erlernte Theorie auszuprobieren und umzusetzen: Indoor-Aufnahmen Outdoor-Aufnahmen (Der ISO-Wert wurde nach den Indoor-Aufnahmen versehentlich nicht geändert, obwohl die Lichtverhältnisse es zugelassen hätten.) Im Anschluss an den praktischen Teil wurden die Ergebnisse unserer Aufnahmen wieder an auf die Laptops kopiert und konnten dort betrachtet und bewertet werden. Die Bildbewertung wurde im Kurs als elementar hervorgehoben, wenn man sich in der Fotografie weiterentwickeln möchte. Durch die Auseinandersetzung mit den Ergebnissen und dem Abgleich zwischen dem Ergebnis und den vorgenommenen Einstellungen – die von der Kamera mit dem Bild als zusätzliche Information mitgespeichert werden – lernt man stets dazu und bekanntlich macht nur Übung den Meister. Abschließend wurden noch die restlichen Kameramodi besprochen, in Ergänzung zu den bereits verwendeten Halbautomatiken (Blenden- und Zeitautomatik). Dabei wurden auch Modi wie Portait, Landschaft, Sport, etc. “entschlüsselt”, die vor allem bei Kompaktkameras als Verkaufsargument dienen. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit wurde das Thema der Brennweite zuguterletzt zwar besprochen, jedoch nicht in aller Ausfürlichkeit behandelt. Mein Fazit: Insgesamt ein gelungener Kurs, der sich aber wirklich nur an Teilnehmer mit keinerlei Vorkenntnissen im Bereich Fotografie richtet. Ideal geeignet wäre der Kurs für Personen, die sich am Vortag eine digitale Spiegelreflexkamera gekauft haben oder bisher nur im Vollautomatikmodus geknippst haben. Hat man sich, wie in meinem Fall, bereits mit Brennweite, Blende und Belichtungszeit beschäftigt und bereits mit den Halbautomatikmodi fotografiert, ist der Kurs zum größten Teil Wiederholung. Auch der Kursabschnitt, in dem Adobe® Photoshop® Elements 9 erklärt wurde, hätte meiner Meinung nach nicht in der Ausfürlichkeit geschehen müssen. Ausreichend wäre gewesen, hätte man sich auf das Importieren und Betrachten der Ergebnisse konzentriert und den Funktionsumfang der Softwarte zur Fotoverwaltung nur kurz skizziert. Das beste am Kurs waren für mich somit auch die praktischen Teile, in denen unter Anleitung ausprobiert und theoretisches praktisch umgesetzt werden konnte und die hilfreichen Tipps der Kursleiter. Meinen Bedürfnissen wäre vermutlich der Kurs zur Bildgestaltung eher gerecht geworden.

Teile diesen Beitrag